Von Zeit zu Zeit gehen bei mir E-mails und Berichte von Mitgliedern und Freunden des Vereins ein, die einfach mal Wert sind veröffentlicht zu werden.
Auch der Vorstand möchte gelegentlich mal was kurzfristig ankündigen.
Meist drucke ich alles aus und hänge es im Casino an das "schwarze Brett" ... dort verschwinden sie nach einiger Zeit wieder und längst nicht jeder hatte die Gelegenheit diese dort zu lesen.
Mit der freundlichen Genehmigung der Verfasser/innen werden diese Berichte, Mitteilungen und "dies & das" an dieser Stelle für die Besucher dieser Hompage veröffentlicht.
Natürlich auch hier verschwinden die Beiträge ... irgendwann ... mal sehen ;-)
Die neuesten Beiträge sind immer oben ... viel Spaß!!!
Zu unserem Start: Als sechstes Paar galoppierten wir pünktlich um 14:15 h in die Bahn. Watzi war gut drauf, zu gut, denn er ließ zunächst den angemessenen Ernst vermissen. Die Viereckbegrenzung beinhaltete neben den üblichen weißen Stangen auch jeweils zwei zueinander gewandte schwarze Giebelpferde, die ja eigentlich Unglück abwenden sollen – auf dem Giebel jedenfalls. Die erste große Schwierigkeit bestand darin, von X bis nach C zu kommen. Nun, es blieb niemandem verborgen, dass Watzi stark mit diesen kleinen schwarzen Pferdchen beschäftigt war, die es alle zwei Meter zu bestaunen gab. Im weiteren Verlauf der Trab-Tour zeigte er noch einige flunderartige, sehr elastische Bewegungsvarianten, über die ich lachen musste. Wie kann ein so routiniertes Pferd so albern sein! Ab der Schritt-Tour war die Welt wieder in Ordnung und im Galopp gelangen alle geforderten Lektionen (bis auf die Rechtspirouette) gut. Aber auch andere Starter hatten Ihre Mühe mit der Viereckbegrenzung. Für uns jedenfalls waren die Giebelpferdchen dann doch echte Glücksbringer: Wir wurden mit unserer fröhlichen Runde Zweite!
Mit diesem schönen Saisonende verabschieden wir uns zunächst aus dem Sandkasten und wechseln in den nächsten Wochen die Szene: Leonards gibt sein Eishockeyspieler-Debut gleich bei einem Auslandseinsatz der U11 der „Montpellier Vipers“ gegen die Mannschaft von Puigcerda (spanische Superliga) in den katalanischen Pyrenäen. Hoffentlich ist es da ordentlich kalt – dann gibt es keine Mücken!
Euch wünschen wir derweil ein schönes Weihnachtsturnier!
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Am 30. August komme ich für 10 Tage nach Hamburg, hoffe, ich sehe Euch dann.
Susanne
29.07.2008
14. Bericht aus dem Midi
Liebe Granderheider Reiterfreunde,
all diejenigen, die ich leider nicht angetroffen habe bei unserem Kurzbesuch in Hamburg, seinen ganz herzlich gegrüßt. Durch das Internet konnten wir Eure sportlichen Erfolge verfolgen und gratulieren recht herzlich all den Siegern und Platzierten der bisherigen Saison. Und die ist ja noch lange nicht zu ende!
Bei uns ist es inzwischen so warm, das selbst die Afrikaner ihre Pullover ausziehen. Die Straßencafés sind gut besucht, aufgestellte Ventilatoren sorgen mit kühlem Wassernebel für erfrischende Temperaturen. Quakten bis vor kurzem noch die Frösche – wir hatten viel Regen im Frühjahr – so zirpen die Zikaden nun unaufhörlich. Seit dem 1. Juli sorgen ca. 1,5 Mio. Besucher für den wirtschaftlichen Erhalt der Region. Der Strand ist in diesem Jahr etwas leerer, was daran liegt, dass man ihn im Winter um die Hälfte verbreitert hat, indem man kurzerhand ein paar Dünen weggeschoben und Sand aufgespült hat. Die Landschaft hat ihre Farben von sattem Grün und Rot (Mohnblumen) nun in leuchtendes Gelb (Sonnenblumen) und Lila (Lavendel) geändert. Das Getreide ist eingefahren, Melonen und Pfirsiche werden geerntet.
Unsere 5-Sterne-Pferdeherberge ist nach wie vor für Ross und Reiter ein angenehmer Ort. Watzi wurde im Frühjahr auf der Rennbahn auftrainiert, die um das Gelände herum angelegt ist, und zog dort ausgesprochen gern (zügig) seine Runden, bis er soweit fit war, das wir die dressurmäßigen Arbeit aufnehmen konnten. Die war anfangs etwas mühsam; so waren ihm die halben Paraden zwischenzeitlich vollkommen entfallen und auch an andere Dinge konnte er sich nur sehr entfernt erinnern.
Carassi, der mit seinen 175 cm Stockmaß nun hoffentlich weitestgehend ausgewachsen ist, hat ganz enorme Fortschritte gemacht und erweist sich als sehr rittig und vor allem lernwillig. Anfangs war er sowohl für das Springen als auch für die Dressur zu begeistern, entwickelte dann aber eine große Geschicklichkeit im Vorbeirennen, die wir nicht vertiefen wollten. Daher beschränkt sich das Springtraining auf den einen oder anderen kleinen Gehorsamssprung.
Anfang Mai begann die Turniersaison für uns mit zwei gesunden Pferden im malerischen Aix-en-Provence. Watzi und Burghart waren im St. Georg und im Inter I am Start, beide Prüfungen waren ordentlich, für eine Platzierung reichten die gezeigten Leistungen aber noch nicht. Carassi nahm seinen ersten Ausflug auf einen Turnierplatz ausgesprochen positiv auf und absolvierte seine erste Dressurpferdeprüfung sehr gewissenhaft und artig. Am zweiten Tag waren wir etwas schwungvoller unterwegs und belegten den 2. Platz. Es ist eine große Freude, ein Pferd zu haben, dass sich auf dem Turnierplatz genauso reiten lässt wie zuhause. Im Mai entwickelte sich Carassi konstant so positiv weiter, dass sogar an einen Start in einer Dressurpferde-L zu denken war. Ein Riss im Huf machte uns einen Strich durch die Rechnung: Carassi darf weder traben noch galoppieren, bis der Riss herausgewachsen ist. Das wird noch etwas dauern...wenigstens kann er täglich auf ein Paddock und sich dort den Temperaturen entsprechend bewegen.
Derweil waren Burghart und Watzi weiter fleißig und konnten sich bei ihrem zweiten Turnier mit jeweils einem 2. Platz im St. Georg (66,75%)und im Inter I (68%) überzeugend präsentieren. Beide Prüfungen wurden übrigens von Eric Jallot mit Darkah N (8jähriger hann. Hengst von De Niro) überzeugend gewonnen (68,4% /69,6%) . Dieses Paar fehlte in Toulouse, daher konnten Watzi und Burghart den St. Georg mit 65,68% für sich verbuchen – der erste Sieg im St. Georg und das bei Temperaturen um die 40 Grad! Dennoch waren interessante Pferde am Start, so eine hübsche Fuchsstute von Walt Disney mit gewaltigen Bewegungen, die ich auf der Stelle hätte klauen können.
Nach diesem schönen Erfolg gönnen wir Watzi eine kleine Turnierpause. Und mal ganz ehrlich: Der Strand lockt mehr als das Viereck. Wer JETZT mit Frack und Zylinder in der prallen Sonne rumläuft oder sogar auch noch reitet, bei um die 30 bis 40 Grad im SCHATTEN ... ??? Die nächsten Turniere sind nicht gerade um die Ecke, und die Vorstellung, mit unserem altersschwachen Citroen ohne Klimaanlage stundenlang durch die Gegend zu krauchen, verlockt nicht wirklich.
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Bis zum nächsten Mal und herzliche Grüße an Euch alle von den momentan
sehr FAULEN Auslandskorrespondenten
31.07.2008
Bericht von Anna-Lena - Betrifft: Kat. C Nennungsformular
Hey ihr Lieben,
erstmal schicke ich euch sommerlich sonnige grüße aus Münster.
Ich hab mal wieder über die HP gestöbert und da ist mir aufgefallen , dass Ihr noch das Kat. C Nennungsformular hab als PDF-Datei zum downloaden habt.
Würd das mal raus nehmen und als WBO-Nennungsformular wieder reinsetzen.
Und weil ich so lieb bin , hab ich gleich mal eins in den Anhang gepackt.
Mit freundlichen Grüßen
Anna-Lena Kickbusch
Anmerkung vom Webwart: Das neue Dokument wurde eingepflegt. Danke.
29.07.2008
Bericht von Dr. Peter Köppel
Ich möchte Ihnen an dieser Stelle nur kurz berichten wie es dem kürzlich aus dem Junge-Reiter-Kader entwachsenen Vereinsmitglied Markus Koeppel weiter ergangen ist.
Nach der Heimkehr von den Europmeisterschaften in Blair Castle mit der Bronzemedaille hat Markus im April in Warendorf am DOKR seine Abschlußprüfung zum Pferdewirt Schwerpunkt Reiten mit Auszeichnung abgelegt.
Zur weiteren Förderung hat er ein Engagement auf der Anlage von Bundestrainer Chris Bartle in York England angenommen.
Mit dabei sein Erfolgspferd Nicas und das von der Familie Würz zur Verfügung gestelltes Nachwuchspferd Mister Zip.
Mister Zip konnte er bei seinem ersten Start in einer Pre-Novice Prüfung auf einen guten 4. Platz reiten.
Markus erster Start mit Nicas in einer nationalen S-Vielseitgkeit (Advance) in einem gut besetzten Starterfeld in Aston le Walls brachte beiden einen hervorragenden 6. Platz ein.
Der Turnierkalender sieht für den 07.- 10. August einen Start mit Nicas in dem 3-Sterne CIC von Hartpury vor.
Alle Ergebnisse kann man unter www.bdwp.co.uk mit dem Suchbegriff Koeppel nachverfolgen.
mfG
Dr. Peter koeppel
31.01.2008
13. Bericht aus dem wilden Süden
Liebe Granderheider Reiterfreunde,
erstmal wünschen wir Euch allen ein gutes Neues Pferde- und Reiterjahr, also gesunde Pferde, wunderbare Momente im Sattel und sportliche Erfolge! Der Sprung ins neue Jahr ist für alle Beteiligten hoffentlich glücklich verlaufen ...
Es gibt wieder einiges von unseren Pferden zu berichten. Watzi musste in die Tierklinik, weil seine Rückenschmerzen nach dem Gefecht mit der „mouche plat“ immer stärker wurden. Ach, Ihr glücklichen Grandeheider! In einem solchen Fall lädt man mal eben auf und fährt nach Bargteheide oder nach Hannover, wenn es denn sein muss. Ganz anders hier: Die nächste empfehlenswerte Tierklinik ist in Paris. Hier ist immer alles in Paris. Also auf nach Paris (850 km) und das mit unserem altersschwachen Citroen. Dort angekommen, zeigte sich Watzi von seiner besten Seite. Schließlich gelang es, ihn zu behandeln, wobei einige Behandler ebenfalls behandelt werden mussten. Das Ergebnis war erstklassig (vermutlich will man ihn dort nie wieder sehen). Wieder zuhause, war Watzi derart „runderneuert“, dass er in der Box am Kopf verletzte und genäht werden musste.
Aber damit nicht genug. Unser guter „Aleng“ wartete mit allerlei unangenehmen Überraschungen auf, die uns in der Summe dazu bewogen haben, sofort den Stall zu wechseln. Bedauerlicherweise mussten Clara und ich Maestro und Bébé-Nous zurücklassen, die beiden Lusitano-Hengste, die uns doch sehr ans Herz gewachsen sind. Zum 1. Dezember zogen wir in eine neue Anlage, die erst im September fertiggestellt wurde. Es ist ein kleiner Ausbildungsbetrieb für Spring- Dressur- und Schaupferde und wird von einem jungen Paar betrieben, das sehr ordentlich und professionell mit den Pferden umgeht. Die Anlage ist gut durchdacht und lässt ebenso wie die Betreuung der Pferde keine Wünsche offen. Die Kinder fühlen sich dort auch wohl und reiten auf unseren Pferden. Leonard ringt mit Watzi, der schon wieder etwas traben darf, und Clara springt mit Carassi, den sie für sich entdeckt hat und von dem sie kaum noch herunter zu kriegen ist.
Die Turniersaison naht. Wie in jedem Jahr, hat die französische Reiterliche Vereinigung ihr Regelwerk komplett überarbeitet (sie sind noch nicht ganz fertig damit). Sämtliche Prüfungen wurden umbenannt, dem Prinzip Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit folgend:
FREIHEIT - Jeder kann seine Leistungsklasse frei wählen, verliert allerdings sämtliche Ranglistenpunkte, wenn er/sie die Leistungsklasse ändert.
BRÜDERLICHKEIT – wir wissen, wie Geschwister teilen ... deshalb darf jeder nur in EINER Klasse reiten, also nur E oder A oder L oder M oder S kleine Tour oder S-große Tour. Und: Die Prüfungen werden nochmals für Amateure und Profis gesondert ausgeschrieben. Es gibt eine Begrenzung der Teilnehmerzahl. Damit wird sichergestellt, dass Starter und Richter zahlenmäßig in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Auch verbrüdert es sich leichter, wenn man sich kennt und nicht in der anonymen Masse untergeht ...
Die Überarbeitung des Regelwerkes war dringend notwendig, denn die französischen Reiterei leidet an der Schmach, sich erstmals seit 1912 nicht für die olympischen Spiele qualifiziert zu haben – wie Le Monde im vergangenen Jahr mit spitzer Feder bemerkte. Das schmerzt, dagegen muss etwas getan werden! Also, erst mal müssen mehr Grand-Prix-Pferde her – erledigt. Dann mehr Sieger und Champions – auch erledigt. Die französischen Reiter selbst nehmen es derweil gelassen. Weiterreiten. Im nächsten Jahr gibt es bestimmt wieder ein neues Reglement ...
Die Preisfrage für uns lautet nun: Wer stellt Watzi vor? Wer reitet Carassi und in welcher Disziplin? Wenn ich es richtig sehe, bleibt für mich genau kein Pferd übrig! Burghart möchte berechtigterweise auch mal starten, wenn das Luxuspferd denn genesen ist und Clara lässt sich aus Carassis Sattel ähnlich gut entfernen wie Sekundenkleber. Na, wir werden sehen. Anbei ein paar Bilder von der neuen Fünf-Sterne-Pferdeherberge.
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Herzliche Grüße
Die Auslandskorrespondenten
31.10.2007
12. Die Auslandskorrespondenten berichten - Salon Du Cheval in Montpellier
Liebe Granderheider Reiterfreunde,
auch bei uns ist der Himmel öfter bedeckt und es ist deutlich kühler. Bei „Schmuddelwetter“ geht es mir hier richtig gut. Die Leute sind dann dick angezogen und wortkarg, und tauen so recht erst am Kaminfeuer auf - genauso wie ich es ja so liebe aus dem Land zwischen den Meeren! Nur statt „Jouh“ oder „Moin“ heisst es dann: Ca va? Ca va! (gesprochen: Za-wa)
Nun aber zum Bericht über den 8. Salon du Cheval in Montpellier : Es war wieder eine vielseitige und bunte Veranstaltung. Sehr zu Leonards Freude waren in diesem Jahr neben den camargue-üblichen Stierkämpfen auch die Westernreiter mit Tonnenrennen und cattle-penning vertreten. Auch Horseball war in diesem Jahr hochkarätig besetzt – wir durften eine deutsche Mannschaft aus Wiesbaden anfeuern, die wahrlich rasant gespielt hat.
Christoph, unser neuer Mann auf der Anlage, hatte seine Truppe gut zusammen und konnte sowohl beim Springen als auch in der Dressur erfolgreiche Ritte seiner Schüler verbuchen.
Die Dressur war in diesem Jahr qualitativ und auch quantitativ besser besetzt als im Vorjahr. Es gab ein paar richtig gute Pferde, einige ordentliche Ritte und auch in den höheren Prüfungen, die Bernard Louis (das ist der ältere Herr in unserem Stall, der noch über meine Adoption nachdenkt) im letzten Jahr ganz allein bestritten hat, gab es in diesem Jahr mehrere Starter.
Weil nur eine begrenzte Anzahl von Richtern zur Verfügung steht und alle Prüfungen von mindesten drei Richtern auf einem großen Viereck durchgeführt werden, war das Programm entsprechend lang: Der erste Starter ritt um 7:15 h ein, der letzte gegen Mitternacht. Und das über vier Tage! Beim Springen war der Andrang nicht minder groß.
Leider war ich mit Watzi nicht am Start, denn er laboriert gerade mit einem dicken Schlauch und geht sehr breitbeinig. Außerdem hat er sich das Kreuz verrenkt (wahrscheinlich, um wieder mal eine mouche plat loszuwerden) und befindet sich nach der osteopathischen Behandlung nun in der krankengymnastischen „Reha-Phase“. Sehr schade, aber so ist es nun mal mit den Pferden. Carassi wollten wir den Rummel in diesem Jahr noch ersparen und haben rückblickend ganz richtig entschieden. Er ist im Übrigen ein Musterschüler und macht sehr viel Spaß.
Eine kleine Sensation habe ich dennoch zu berichten: Da ich nun schon so viele wilde Geschichten über „Maestro“, den Lusitano-Hengst, gehört und teilweise auch erlebt habe (ich reite ihn jetzt seit drei Monaten), wollte ich gern selbst sehen, wie er sich „auswärts“ so verhält. Also bin ich die letzte Qualifikation des MCI (Masters des Chevaux Iberique) einmal probeweise mit geritten. Fazit: Maestro ist ein nervenstarkes Pferd, das nicht mal mit der Wimper zuckt, wenn eine Planierwalze über den Abreiteplatz scheppert. In der Prüfung lässt er sich reiten, man muss ihn allerdings auch reiten. Mit 60% in der ersten und 65% in der zweiten Prüfung der Klasse D (entspricht ungefähr unserer Klasse A) hat er sich besser präsentiert als zuvor angenommen und war sogar platziert (2. bei den ab 7jährigen). Alain (gesprochen Aleng) lässt ihn und nun auch Bébé-nous (Claras geliebter Frechdachs mit der Rauschemähne) in die Liste der Turnierpferde eintragen, damit wir die beiden „Barbiepferde“ im nächsten Jahr vorstellen können.
Anbei ein paar Impressionen vom Salon, wie Leonard ihn am besten fand.
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erstmal möchten wir all denen gratulieren, die auf den Turnieren, Platzierungen und Siege errungen haben! Auch wenn wir nicht dabei sein können, freuen wir uns mit und für Euch!
Nun sind wir bereits ein ganzes Jahr hier im fernen Midi. Die Sprache bereitet inzwischen weniger Schwierigkeiten. Clara und Léonard haben ihr erstes Schuljahr in den französischen Schulen gut absolviert. Léonard – unsere Plaudertasche - beginnt langsam, die Leute auf Französisch ebenso vollzuquatschen wie vorher auf Deutsch. Clara besucht nun das Collège (6. Klasse) und bringt sehr gute Noten mit nach Hause, sogar in Mathe. Sie hat ein paar Freundinnen in der Klasse und fühlt sich hier wohl. Das ist eine große Erleichterung nach dem anfänglichen Heimweh.
Auch hier wird es nun langsam Herbst. Der Wein ist geerntet, die Apfelernte beginnt. Die Pferde sind im Fellwechsel. Die ersten Regengüsse haben die Gegend für ein paar Tage unter Wasser gesetzt – Die Paddocks laden eher zu einer Kanu-Tour ein. Der Wind pfeift mit beachtlichen Geschwindigkeiten - es ist Sturmzeit.
Unseren Rössern geht es gut, beide sind gesund und angesichts der angenehmeren Temperaturen auch munter. Watzi war Anfang September auf einem Bilderbuchturnier in der Provence am Start und hat einen guten Eindruck bei Richtern und Publikum hinterlassen. In unserer ersten St. Georg Kür hier in Frankreich haben wir mit 65% den 3. Platz errungen und die unglaublich Gewinnsumme von 54 € eingestrichen. Die Strauße wurden verkauft und Watzi fühlt sich besser ohne die zu groß gewordenen Hühner in seiner Nähe. Einzig eine ziemlich gemeine Art von Insekten, die „mouche plat“, bringen ihn außer Fassung. Das sind Krabbelviecher, die sich gern in schwer erreichbaren Körperregionen aufhalten und unsere Pferde verrückt machen.
Auch Carassi wird lebhafter und entwickelt ungeahnten Vorwärtsdrang. Mit seiner großen Galoppade hat er schon mal auf dem Springplatz „Maß genommen“. Ich werde das Gefühl nicht los, das er die dort stehenden Sprünge mit ganz anderen Augen sieht als Watzi .... Er hat sich, abgesehen von seinem Kullerbauch, zu einem ausgewogen proportionierten Reitpferd entwickelt und bewegt sich recht gut ausbalanciert in der gewünschten Gangart und Richtung. Seine Reaktionsfähigkeit beweist er zu unserem Leidwesen, indem er vermeintlich gefährlichen Objekten blitzschnell entkommt – das Leben ist voller Gefahren, vor allem für einen 4-Jährigen!
Eine ganz erfreuliche Nachricht: Bébé-nous, Claras Lusitano-Hengst, ist wieder gesund. Er ist auch wieder fröhlich und frech wie Oskar. Clara reitet ihn regelmäßig, die beiden machen gute Fortschritte. Wir wagen uns nun langsam aus der Halle und reiten bereits zusammen auf dem Dressurviereck, wo Bébé seine Schreckhaftigkeit langsam ablegt.
Auch ich schwinge mich seit zwei Monaten auf einen Lusitano-Hengst, der bisher nicht viel mehr getan hat, als seine Gene weiterzuvererben. Diese sind ganz vorzüglich; er ist für einen Lusitano relativ groß, hat ordentliche Grundgangarten, bügelt nicht und kann sogar springen. Die Rittigkeit lässt mangels Grundausbildung leider zu wünschen übrig. Es gab zuvor vereinzelt Reitversuche, doch die verliefen buchstäblich im Sande. Auch ich hatte anfangs Mühe mit seinem selbstbewussten Wesen, doch mit viel Geduld, Konsequenz und inzwischen bestimmt 2 kg Zucker befindet er sich nun auf dem tugendhaften Pfad entlang der Skala der Ausbildung und beginnt, die Arbeit zu mögen.
Auf der Reitanlage hat sich einiges getan. So haben wir einen neuen Springtrainer, Christoph, ein kompetenter und zuverlässiger Mensch, der sich engagiert und dem es gelungen ist, Alain, den Beisitzer der Anlage, hilfreich in die Seite zu treten. Nun werden die Plätze regelmäßig gezogen, auf zwei Vierecken wurden Holzspäne aufgebracht (hier absolut unüblich), so dass man auch schlechter Witterung draußen arbeiten kann. Der Hof und die Zufahrt wurden befestigt – was vor allem bei Regen sehr hilfreich ist, denn der Boden ist im nassen Zustand wie Schleimbrei. Der Boden für eine 60er Halle wurde planiert und die erforderliche Stahlkonstruktion liegt in Einzelteilen bereit. Es sind neue Einsteller gekommen, darunter ein älterer Herr mit einem Grand-Prix-Pferd, das hervorragend piaffiert. Ich habe mich sofort zur Adoption freigegeben, aber er zögert noch ....
Wir fiebern nun dem Ereignis des Jahres im Languedoc-Roussillon entgegen, das Ende des Monats (27. – 29. Oktober) stattfinden wird: Dem Salon du Cheval, der auf dem Messegelände in Montpellier veranstaltet wird und über den ich Euch auch in diesem Jahr ausführlich berichten werde. Wer selbst dabei sein möchte: Es gibt eine direkte Flugverbindung von Lübeck nach Marseille, von dort sind es mit dem Auto noch 1 ½ Stunden nach Montpellier.
Bis dahin also herzliche Grüße
von den Auslandskorrespondenten
22.06.2007
Zwischenbericht "Mann, ist das heiß hier!"
Liebe Granderheider Pferdesportler,
hier ein kurzer Zwischenbericht der Auslandskorrespondenten: Die Zeit der zirpenden Zikaden hat begonnen, es ist also Sommer. Der Wein reift. Auf den Weiden nicht mehr ganz so üppig grünen Weiden tummeln sich die Fohlen mit ihren Müttern. Das Mücken- und Bremsenproblem wird dort gewissenhaft von Madenhackern gelöst, das sind diese großen weissen Vögel, die sich normalerweise nur mit Nashörnern oder Büffeln ablichten lassen.
Unseren Pferden geht es gut, sofern sie vor 10 Uhr geritten werden. Danach ist es zu warm, auch wenn das Viereck im Schatten liegt. Beide Rösser haben zudem täglich Auslauf auf den Paddocks. Angesichts der Temperaturen ist Watzi schon ein echter Südfranzose geworden, er ist doch deutlich gelassener und hat sich fast an alle merkwürdigen Tiere hier gewöhnt. Nur die Strauße hält er nach wie vor für Außerirdische. Auch Carassi strahlt viel Ruhe aus und zieht selbst dann gelassen seine Runden, wenn nebenan lärmend für Lousitano-Nachwuchs gesorgt wird. Er zeigt inzwischen großes Interesse am Reiten und ist unglaublich stolz, wenn er etwas richtig gemacht hat.
Traurig ist die Geschichte mit Bébé-nous, dem kleinen Lousitano-Hengst, den Clara geritten hat. Er war ja verletzt, nach langer Genesung endlich gesund, wurde verkauft - offensichtlich in eine ziemlich steinige Gegend - und kam stocklahm zurück. Die Hufe waren vollkommen mit Steintritten übersäht. Nach einigen Tagen Sauerkrautverbänden kamen dicke Hufgeschüre an den Ballen durch. Wir hoffen, dass er beim nächsten Mal ein besseres Zuhause findet. Er ist nicht mehr so fröhlich wie vorher, das muss schlimm gewesen sein für den kleinen Kerl. Knabberte er Clara vorher gern an und war frech, so schiebt er jetzt den Kopf unter ihren Arm, wenn sie kommt.
Wie ist das hier mit den Pferden? Nun, sehr anders. Überall stehen hier Pferde in der Landschaft herum, meist die kleinen tapferen Camargue-Pferdchen. Es ist nicht immer ganz ersichtlich, ob sie da auch hingehören, denn die Zäune bestehen hier meist aus einem einfachen Elektrozaun, so wie wir den bei uns für die Kühe kennen. Auch hier in Castries steht ein Pferd im Park, mal hier, mal dort. Anfangs habe ich die herumstreunenden Pferde eingefangen, aber nach den ersten 6 Tieren, von denen keiner wußte, so die hinsollen, habe ich es aufgegeben.
Transportiert werden die Pferde hier aufgrund ihrer Größe meist in umgebauten Kleintransportern, so wie wir sie bei uns für die Paketdienste kennen. Die günstigste Methode für kurze Strecken ist sehr originell: Binde Dein Pferd ans Auto und fahre langsam los. Natürlich gibt es auch Pferdeanhänger und Transporter wie wir sie kennen, die sind eher selten. Umgekehrt kommt es auch vor, dass man das Pferd als Transportmittel nutzt und dann irgendwo anbindet, um später wieder nach hause zu reiten. Ein bißchen wilder Westen ist das schon hier, manchmal. Ihr seht, es gibt immer wieder interessante Dinge zu entdecken!
Ich freue mich jedenfalls, Anfang Juli wieder mal vorbeizukommen!
Herzliche Grüße
Donate
9.04.2007
9. Bericht der Auslandskorrespondenten - frohe Ostern!
Liebe Granderheider,
Frohe Ostern! Das Geheimnis um das mangelnde Interesse an Schokoladen-Ostereiern in dieser Region ist gelüftet: Sie schmelzen, bevor man sie findet. Trotzdem waren unsere Kinder und die Hunde fast schneller als die Sonne.
Es ist hier inzwischen Frühling geworden. Die Rapsfelder, der Flieder, die Forsythien, viele Obstbäume und der Rosmarin blühen gleichzeitig. Die Feigen und die Weinreben bekommen neue Blätter. Es ist warm - zweitweise bis 30 Grad! Trotz dieser an sich sehr angenehmen Rahmenbedingungen plage ich mich mit dicken Erkältung und renne hier mit Mütze und dicker Jacke herum.
Den Start in Toulouse haben wir abgesagt - der Reiterkollege musste also allein gegen sich selbst antreten. Auch in dieser Woche schwächelte ich noch und habe mich am Sonntag mehr oder weniger auf den Turnierplatz in St. Martin de Crau in der Provence geschleppt. Aber es hat sich gelohnt, denn Watzi und ich haben unsere erste Platzierung in einem Inter I errungen - 3. Platz mit 61,75%. Mit mit meinen verstopften Stirnhöhlen möge man mir verzeihen, dass ich mich einmal verritten habe.
Die Dressurreiterei in der Provence ist wirklich eine andere Welt. Angefangen mit einer Ausstattung der Anlage, wo man sich sofort zuhause fühlt: Schöne große Boxen, Waschplatz, 60er Halle mit Spiegeln, schön gelegenes Außenviereck, der Boden bestens und ziemlich viele Pferde tragen die vertrauten Brandzeichen. Man ist hier bestens mit Holsteiner Nachwuchs-Dressurpferden direkt aus Elmshorn ausgestattet. So stammten nahezu alle Sieger der Dressurprüfungen für junge Pferde aus unserem wunderschönen Land zwischen den Meeren. Und das in der wunderschönen Provence!
Die Reiterkollegen kennen mich inzwischen und ansatzweise gelingt auch schon eine Kommunikation. Mit dem französischen Reglement haben wir noch unsere Probleme. Es ist eben doch vieles anders hier.
Am nächsten Sonntag ist hier um die Ecke eine "Doma Vaquera", das werden wir uns ansehen und davon berichten!
Erstmal herzliche Grüße
Donate
21.03.2007
8. Bericht der Auslandskorrespondenten von den ersten Turnierstarts
Liebe Granderheider Reiterfreunde,
wie schön, dass wir uns auf der Jahreshauptversammlung mal wieder gesehen haben!
Hier hat inzwischen die Turniersaison begonnen. Saisonauftakt bot ein Turnier in der Provence, das in der altehrwürdigen Kaserne von Tarascon veranstaltet wurde.
Premiere in dreifacher Hinsicht: Unser erster Auslandsstart, unsere erste Inter I und die erste Prüfung in meinem Leben, wo der Hauptrichter bei C nicht etwa nur von seinen Notizen oder gar seinem Wurstbrötchen abließ, um zu grüßen. Nein: ER HAT SICH ERHOBEN! Das war echt cool!
Und zudem noch die erste Prüfung meines Lebens, in der die Anzahl der Richter die Anzahl der Starter überstieg. Nundenn. Es gelang, Watzi von seinen beliebten Showeinlagen abzuhalten und uns beide auf dem vorgeschriebenen Kurs zu bewegen. Insgesamt war es eine saubere Vorstellung (63%), leider aber nicht fehlerfrei (eilige Schritt-Tour, eine Pirouette etwas sehr groß und bei den 2er Wechseln ein Hakler). Die gute Nachricht: Wir sind 3. geworden. Die schlechte: Es waren 4 Starter, also nicht platziert. Ich habe den Verdacht, dass uns das noch öfter passieren wird ...
Der zweite Start war mit etwas mehr Erfolg gekrönt: Am Sonntag stellten wir uns den Richtern in einer "B2", das entspricht ungefähr einer M/A. Auch hier waren unglaubliche 4 Reiter am Start und wir konnten uns nur knapp gegen einen Andalusierhengst mit herrlicher Galoppade nicht durchsetzen. Also: 2. Platz (65%), diesmal platziert und immerhin gab es ganz 20 Euro Gewinnsumme!
Am 1. April geht es dann nach Toulouse, wo wir an einem St. Georg teilnehmen werden. Es gibt zwei Starter: Der mir noch unbekannte Reiterkollege wird seine beiden Pferde mit dem bekannten Brandzeichen satteln (eine Stute von Walt Disney und einen Hengst von Donnerhall), und ich unseren. Eines ist jedenfalls sicher: Der Sieger wird ein Hannoveraner sein ...
Watzi ist jedenfalls derzeit gut in Form und hat ganz offensichtlich Spaß an der Sache. Und darüber freuen wir uns am meisten!
Herzliche Grüße
Donate + Familie
10.1.2007
7. Bericht der Auslandskorrespondenten: Ein gutes Neues Jahr Euch allen!
Liebe Pferdesportler,
Euch allen wünschen wir ein gutes neues Jahr 2007! Möge es Euch und Euren
Rössern Gesundheit bringen, Erfolg im Sport und vor allem: Freude am Pferd!
Wir haben eine vergleichsweise ruhige Zeit verlebt - keine Weihnachtsfeiern
und keine Knallerei zu Sylvester. Die Franzosen scheinen lieber zu feiern,
wenn es wärmer ist.
Nun, was gibt es zu berichten?
Am vergangenen Wochenende wurde die Jugend-Equipe unseres Departments im
Landgestüt in Uzès wieder unter den wachsamen Augen des französischen
Jugendtrainers, Philippe Limousin, fortgebildet. Wie auch beim letzten Mal,
nahmen meine beiden Schülerinnen, Camelie und Laura teil. Camelie und ihre
Stute haben seit dem letzten Training Fortschritte gemacht, Lauras "Hegel"
war ziemlich unphilosophisch und unangemessen lebensfroh. Der Unterricht,
dem ich beiwohnte, war in einer mir vertrauten Art und Weise strukturiert,
auch habe diesmal schon mehr von dem verstehen und nachvollziehen können,
was Monsieur Limousin sagte. Das System allerdings bleibt mir nach wie vor
verschlossen. Ich werde schon noch dahinterkommen...
Im Stall geht alles seinen gewohnten Gang. Watzi wird täglich geritten und
geht ungefähr so wie im letzten Jahr um diese Zeit. Carassi führt nach wie
vor ein Luxusleben; dreimal die Woche schwankt er fröhlich unterm Reiter vor
sich hin, und ist täglich auf seinem Paddock anzutreffen, wo ihm im Übrigen
auch das Mittagessen serviert wird, wenn er mal nicht in seiner Box ist. Das
Essen ist den Franzosen ja bekanntlich wichtig und ist einfach ungehörig,
ein Pferd unpünktlich zu füttern oder während der Mittagszeit zu stören!
Clara hat gottseidank keine Lust mehr, auf den Ponys durch die Gegend zu
juxen. "Bébé-nous", dessen Verletzung noch nicht ganz ausgeheilt ist, darf
immerhin schon bewegt werden.
Leonard, dem es nun endlich gelungen ist, "Blacky" zum springen zu
überreden, hat sich nun überzeugen lassen, auf ein größeres Pony zu
wechseln. Er reitet jetzt "Ivoire", ein waschechtes Camarguepferdchen.
Unser Stalltrakt wird inzwischen der "Deutsche Stall" genannt, weil es dort
so ordentlich ist. Auch außerhalb dieser Enklave greift das Phänomen
"Ordnung" weiter um sich. Die Anlage ist allerdings groß ... Ich habe einen
Spiegel für die Halle besorgt und hoffe, dass er bald aufgehängt wird...
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Herzliche Grüße
Donate & Familie
8.12.2006
6. Bericht der Auslandskorrespondenten vom Training mit Philippe Limousin
Liebe Pferdesportler,
kürzlich hatte ich die Ehre, dem Training meiner beiden Reitschülerinnen
Laura und Camelie durch den Olympiareiter und Trainer der französischen
Jugend-Equipe, Philippe Limousin, auf der großzügigen Anlage des Landgestüts
in Uzès beiwohnen zu dürfen. Solche Lehrgänge finden hier maximal 3mal im
Jahr statt.
Zur Equipe unseres Bundeslandes zählen insgesamt 13 Reiterinnen und Reiter,
die durch diese Lehrgänge der französischen reiterlichen Vereinigung
gefördert werden sollen. Ein regelmäßiges Training gibt es nicht. Laura und
Camelie, meine beiden Elèven, haben eindeutig vom Lehrgang profitiert -
andererseits wurde auch klar, dass sie sich noch nicht auf dem Niveau
bewegen, das Monsieur Limousin (vom Cadre Noir in Saumur) so wirklich vom
Hocker reißt. Es fällt schwer, eine treffende Zusammenfassung meiner
Eindrücke zu formulieren. Es mag an meinen noch mangelhaften
Sprachkenntnissen liegen und ich habe auch nicht alles gesehen, ich verstehe
jedenfalls nicht wirklich, nach welchem System hier geritten wird.
Nun zu unseren Pferden:
Watzi ist angesichts der Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad inzwischen
geschoren und sieht aus wie eine wandelnde Patchwork-Decke (ich hatte wenig
Zeit und er zappelte rum). Er nimmt durch das wieder aufgenommene Training
langsam Vernunft und Form an.
Carassi hat nun die gesamte Anlage kennengelernt und bestaunt, geht sehr
schön an der Longe, springt regelmäßig "frei" und wird regelmäßig geritten.
Er ist jetzt ca. 1,70 m groß und wächst mal in die Länge, mal vorn, mal
hinten in die Höhe und in der Mitte hauptsächlich in die Breite.
Seit Anfang November habe ich ein erstes Berittpferd, "Neco", einen
hübschen, 5-jährigen dunkelbraunen Selle-Francais-Wallach, der entfernt an
"Le Bon" erinnert. Nach anfänglichen Diskussionen um Gangart, Tempo und
Richtung sind erste Fortschritte in diesen Bereichen zu verzeichnen.
Leonard hat zwei Ponys, mit denen er überwiegend springt. Die Verletzung von
Claras Pferdchen ist fast verheilt und sie freut sich, ihren "Bébé-nous"
bald wieder reiten zu dürfen. Bis dahin juxt sie auf den Schulponys herum
und reitet ab und zu auf unseren Pferden.
Ich habe nun den Turnierkalender für das kommende Jahr studiert und
festgestellt, dass die Dressurturniere hierzulande dünn gesäht sind. Wir
werden uns wohl auf ein Vagabunden-Dasein vorbereiten müssen, denn es sind
da doch einige Kilometer zu fahren ...
Ich denke gern an die Weihnachtsfeier vom letzten Jahr, es war wirklich
schön und ich bedaure sehr, in diesem Jahr nicht dabei sein zu können!
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Wir wünschen Euch eine schöne Adventszeit!
Herzliche Grüße
Donate & Familie
16.11.2006
5. Bericht der Auslandskorrespondenten
Lieber Granderheider Pferdesportler,
auch hier wird es Herbst und während die Weinreben ihre Blätter abwerfen,
grünen die Felder und blüht der Oleander. Es ist sehr merkwürdig, Frühling
und Herbst zugleich. Einige Pferde wurden bereits geschoren und schwitzen
bei 18 Grad unter den Decken vor sich hin. Auch die Schulkinder tragen schon
Handschuhe und Mützen, während wir noch barfuß in den Sandalen und mit
T-Shirt umherwandeln. So relativ ist eben das Temperaturemfpinden!
Bei schlechtem Wetter kommen die Pferde hier nicht auf die Paddocks, das
habe ich gelernt. Unter schlechtem Wetter versteht man hier: Himmel bedeckt,
Wind. Der Mistral hält sich hier in Grenzen, der Wind ist mit unserem
vergleichbar. Was sehr schön ist: Die Mücken lassen nach.
Doch nun zum Sportlichen: Zwei meiner Reitschülerinnen, die sich beim Salon
den Cheval in Montpellier ganz ordentlich präsentiert haben (1x 4.Platz,1x
3.Platz, 2x 2.Platz und 1x 1.Platz), wurden für einen Sichtungslehrgang der
französischen Jugend-Equipe ausgewählt und dürfen am Wochenende ein
erlesenes Training unter der Leitung von Monsieur Limousin, seineszeichens
Leiter der Reitschule in Saumur und ehemaliger Bundestrainer des
französischen Dressur-Teams, im Landgestüt des Departments in Uzès,
teilnehmen. Da lass ich mich doch lumpen und fahre mit, um etwas Spionage zu
betreiben. Ich werde Euch berichten!
Unseren Pferden geht es derweil gut, Watzi wird Dank der wieder
aufgenommenen Arbeit etwas schlanker und erinnert ansonsten stark an einen
Teddybär. Auch Carassi entwickelt sich gut. Die Kinder juxen eigentlich nur
noch auf den Ponys durch die Gegend.
Liebe Grüße
Donate
11.11.2006
4. Bericht der Auslandskorrespondenten in Frankreich vom Salon du Cheval in Montpellier
Liebe Pferdesportler,
erstmal ganz ganz herzlichen Glückwunsch allen Siegern und Platzierten auf
dem Landesturnier!
Der Salon du Cheval in Montpellier kann mit einem solch sportlich
hochkarätigen Ereignis in Bad Segeberg natürlich nicht mithalten. Doch
immerhin waren hier rund 1.500 Pferde aus ganz Frankreich, Spanien und
Portugal beteiligt, u.a. die üblichen Verdächtigen wie Merenes
(Pyrenäenpferde), Andalusier, Lousitanos, Selle Francais, Angloaraber,
Araber, diverse Westernpferde, ein paar Hannoveraner und vor allem die
tapferen Camargue-Pferdchen.
In zahlreiche Darbietungen zeigte sich die ganze Vielfalt der Reiterei in
dieser Region. Angefangen von den Wettkämpfen der traditionellen und
beeindruckenden Camargue-Reitkunst(Stierherden sortieren, Stiere einfangen),
Westerndarbietungen (mit und ohne Stiere), dem sehr dynamisch gespielten und
in Frankreich und Spanien sehr beliebten Horseball (Basketball zu Pferde)
und Fahrdarbietungen erstreckte sich das Programm bis hin zu den uns
bekannten Disziplinen wie Springen und Dressurreiten. Das Springen war
durchaus sehenswert; der Parcours war einladend und ohne Tücken aufgebaut,
da gab es einige sehr schöne Ritte und vor allem unglaublich geschickte
Pferde zu bewundern.
In den Dressurprüfungen war das Teilnehmerfeld ähnlich durchmischt wie beim
Championnat Grand Sud Dressage. Auf dem Abreitsplatz stellte ich beruhigt
fest, dass die neue EU-Richtlinie "linke Hand hat Vorfahrt" umgesetzt wird.
Wäre aber eh kein Problem gewesen, denn mit den drei Mitstreitern, die zur
selben Zeit abreiten, kann man sich auch so einigen. Ich habe nicht alle
Prüfungen angesehen, aber das, was ich gesehen habe, erhärtet den Verdacht,
dass hier noch viel zu tun ist.
Nun aber mal kurz zu unseren Pferden: Beide Pferde habe für die
Registrierung in Frankreich einen Mikrochip implantiert bekommen. Watzi darf
wieder anfangen und erfreut uns mit allerlei Freiübungen über der Erde, auch
Carassi mangelt es an Bodenhaftung, wenn es ans Reiten geht. "Bébé-Nous"
(Claras Pferdchen) hat sich unerlaubt auf Brautschau begeben und dabei
verletzt. Jetzt muß er die Box hüten. Leonard hadert mit "Blacky", er würde
am Wochenende gern bei einem Shetti-Springen mitmachen, allein mangelt es
nun an "Blackys" Bereitschaft, die Sprünge auch zu nehmen und nicht dran
vorbeizurasen wie ein geölter Blitz.
Herzliche Grüße
Donate
16.10.2006
3. Bericht der Auslandskorrespondenten in Frankreich vom Championnat Grand Sud Dressage
Liebe Pferdesportler,
Ich habe zwischenzeitlich verfolgen können, dass unsere Reiter bei den
Kreismeisterschaften gut abgeschnitten haben. Glückwunsch allen!
Neulich also war ich beim Championnat Grand Sud Dressage, ausgerichtet auf
einer sehr ansprechenden Anlage des "Landesverbandes" in Le Pouget mit drei
sehr guten Vierecken und drei Abreiteplätzen. Die Anlage verfügt neben einem
alten Schloß und Schloßgarten über Stallungen des lokalen Reitvereins, eine
Reithalle ca. 20-40m und einen sehr schönen Geländekurs mit gut gepflegten
Hindernissen, den man als Besucher auch gegen eine Gebühr nutzen darf.
Es herrscht hier kein großes Gedrängel, denn selbst in einem Einzugsradius
von 400 km findet man kaum mehr als 100 Starter, die dafür ums so
leidenschaftlicher bei der Sache sind. Die Zeiteinteilung und Startfolge war
bereits am Freitag mittag festgelegt - kein Problem, man kann sich hier
wirklich Zeit lassen. Ein entspanntes Turnier also, ohne Startnummern und
bei bestem Wetter.
Die Gepflogenheiten sind hier doch etwas anders:
Vor dem Beginn der Prüfung reitet der jeweilige Starter erstmal zum Häuschen
bei C, um sich und sein Pferd dem Hauptrichter persönlich vorzustellen, dann
erfolgt die gleiche Zeremonie bei den Nebenrichtern. Wenn es dann klingelt,
reitet man ein.
Die Prüfungen - allesamt auf dem großen Viereck - sind in 4 verschiedene
Kategorien zu unterteilt: D, C, B und A. "A" entspricht unserer Klasse S und
der Rest entspricht eigentlich nichts, was ich kenne. Ich kenne keine
A-Dressur ("D") auf einem 60er Viereck, in der man im Arbeitstrab
Schulterherein, Volten und Travers reitet.
Die Zäumung (Trense oder Kandare) darf ab einem Pferdealter von 6 Jahren
frei gewählt werden, Sporen hingegen sind Pflicht. In einigen Aufgaben kann
man wählen, ob man lieber einen einfachen oder einen fliegenen Wechsel
reitet. Ich konnte das erst alles nicht glauben und habe im Aufgabenheft
nachgesehen. Ist tatsächlich so. Beim Abreiten stellte ich fest, dass rechte
Hand hier Vorfahrt hat. Gut zu wissen ...
Am Start waren neben den verbreiteten "Selle Francais" auch Merenés
(Pyrenäenpferde), Angloaraber, Andalusier, Lousitanos und ein paar deutsche
Pferde. Eine echte Herausforderung für die Richter also, die im übrigen weit
gereist waren und z.T. auch international richten.
Das Richten scheint sich hier ebenfalls von der deutschen Vorgehensweise zu
unterscheiden. Ich habe keine großen Unterschiede bei der Benotung der
einzelnen Richter feststellen können und nachgefragt. Nachdem jeder Richter
seine Noten gegeben hat, werden die Bögen verglichen. Gibt es große
Abweichungen (oft ein Ärgernis bei uns), so wird diskutiert, die Noten
werden angepasst oder der Hauptrichter entscheidet im Zweifelsfall über eine
einheitliche Benotung für die jeweilige Lektion. Da dies alles im Anschluss
an die Prüfung erfolgt, dauern diese entsprechend lange (für uns
unvorstellbar) und die Noten werden auch recht spät bekanntgegeben.
Nicht weiter tragisch, denn die Siegererehrung fand für alle Prüfungen des
Tages am Sonntag abend statt - mit einer eingehenden Würdigung jedes
einzelnen Reiters. Die Ehrenrunde aller Sieger und Plazierten war
entsprechend ausgiebig und moderat gehalten, damit niemand zu Schaden kommt.
Mein Gesamteindruck: Das Interesse am Dressurreiten scheint hier tendenziell
zu steigen, was die steigende Anzahl an Startern in den letzten Jahren
belegt. Brauchbare Pferde sind eigentlich vorhanden. Es gibt eine
Landeskommission für Pferdesport und sogar einen Delegierten für Dressur.
Dem wurde ich vorgestellt, aber so recht freuen wollte er sich nicht über
mich. Die Südfranzosen sind etwas eigenartig. Aber ich komme schon noch
dahinter, wie die so sind. Unser "Bundesland" Languedoc-Roussillion
jedenfalls ist bekannt für seinen guten Wein, weniger für gute
Dressurreiter. So stammten Sieger und Platzierte bis auf wenige Ausnahmen
denn auch aus anderen Departements.
Vielleicht liegt es am Klima - ich weiß es nicht. Weitere Nachforschungen
werde ich in Kürze beim "Salon du Cheval" in zwei Wochen anstellen und
darüber berichten.
Herzliche Grüße
Donate
p.s. Im "Dressurstall" stehen jetzt 6 Pferde. Auch haben wir jetzt zwei
Besen, die TÄGLICH benutzt werden!!!
27.09.2006
2. Bericht der Auslandskorrespondenten aus Frankreich
Liebe Granderheider Pferdesportler,
offensichtlich habt auch Ihr einen schönen September mit reichlich Sonne!
Bei uns gab es bereits die ersten Unwetter. Da der Boden vollkommen
ausgetrocknet ist, kann das viele Wasser nicht aufgenommen werden und es
gibt beeindruckende Überschwemmungen. Inzwischen aber ist es wieder sonnig
und trocken. Der Regen lässt das Grün wieder sprießen.
Im Stall geht es gut voran. Wir hoffen, in dieser Woche die gerade
fertiggestellte Sattelkammer (ca. 3m x 20 m) einrichten zu können. Im
"Dressurstall" stehen inzwischen 4 Pferde, ein fünftes kommt zum 1. Oktober
dazu. Meine Unterrichtsaktivitäten werden hier sehr dankbar aufgenommen und
ich freue mich darüber. Auch habe ich schon auf dem einen oder anderen Pferd
gesessen, und bislang geht das ganz gut.
Am Wochenende findet das Championat du Sud im regionalen Ausbildungszentrum
in Le Pouget statt (wo immer das auch ist). Dort werde ich erstmals als
Trainerin auftauchen und zwei Reiter aus unserem Stall betreuen. Schaun wir
mal ...
Was macht unsere Pferde? Nun, Watzi wird nach wie vor Schritt geritten und
darf täglich auf sein Paddock (3x9m). Carassi gewöhnt sich an Sattel, Trense
und kleine Menschen auf seinem Rücken (Clara, Leonard). Auch er hat ein
Paddock (30x30m) und darf einmal in der Woche in der Halle freispringen.
Beide Pferde haben sich gut eingelebt und sind recht entspannt.
Und die Reiterei? Leonard hat sie wieder entdeckt und reitet "Blacky", ein
absolut treues schwarzes Shetty mit einer sehr lustigen Springtechnik (er
streckt alle viere von sich). Clara reitet "Bébé-nous" einen 4-jährigen
schwarzbraunen Lousitanohengst. Er ist ein kleiner Frechdachs und kann noch
nicht viel, aber die beiden raufen sich gut zusammen. Zum Springen sattelt
sie "Jolly Jumper", einen kleinen Palomino, der zwar nicht durchs Genick
geht, aber super springt. Clara wird in den Herbstferien für eine Woche nach
Brunsbek kommen und freut sich schon, Euch wiederzusehen und ganz besonders
freut sie sich natürlich auf ODIN !
Herzliche Grüße
Donate & Familie
16.09.2006
1. Bericht der Auslandskorrespondenten aus Frankreich
Hallo liebe Granderheider Pferdesportler,
die Pferde haben die Reise gut überstanden und sich bereits an ihr neues
Zuhause gewöhnt - man muß dazu sagen, das es echt gewöhnungsbedürftig ist:
Zusätzlich zu Pferden, Hunden und Katzen leben hier Känguruhs, Strauße,
Damwild, Enten, Gänse, Pfauen, Papageien und Aras. Selbstverständlich hopst
hier nicht alles durcheinander, aber allein der Lärm der Papageien hat die
Pferde anfangs irritiert. Über die Strauße neben der Longenbahn hat Carassi
Bauklötze gestaunt, Watzi war anfangs völlig mit den Nerven fertig, wenn
einer der dicken Pfaue wieder mal auf dem Hallendach notlandete. Für die
Kinder ist das natürlich toll und sie haben gottseidank auch die
Möglichkeit, zu reiten.
Die Reitanlage in Lansargues ist für hiesige
Verhältnisse hervorragend ausgestattet mit mehreren Vierecken, einem
Longenzirkel, Springplatz inkl. Hindernissen, und zwei - wenn auch kleinen -
Hallen und Ausreitgelände (petit camargue).
Am Wochenende war erstmals ein großes Springturnier mit 400 Pferden und
Prüfungen von E bis M/A. Abgesehen von kleinen Unterschieden (z.B. keine
Startnummern, freiere Wahl der Kleidung und Ausstattung, recht hohe
Gewinnsummen) war das Turnier durchaus vergleichbar mit dem, was wir so
kennen.
Unsere Pferde bewohnen einen komplett neuen Stalltrakt mit 15 Boxen, der
ausschließlich für Dressurpferde vorgesehen ist. Was noch fehlt, sind die
Dressurpferde ... Wir sind bemüht, deutsche Werte zu pflegen, was angesichts
der Ausstattung nicht ganz leicht ist (es fehlen z.B. Besen, Schubkarren,
Forken ...), aber was von uns als Deutsche erwartet wird: Ordnung, Struktur,
Zuverlässigkeit. Wir können sogar schon kleine Erfolge verbuchen: Lag
anfangs die Wahrscheinlichkeit, einen fegenden Menschen in den Stallungen
anzutreffen, bei etwa 0,5%, so hat sich die Wahrscheinlichkeit bereits auf
30% erhöht.
Man glaubt es nicht, aber hier ist Pferdeland. Es gibt Camargue-Pferde, die
beim Stierehüten eingesetzt werden, Lousitanos Andalusier und vor allem
"Selle francais", eine Rasse, die eigentlich nur der Name eint. Der
Unterschied zu einem durchgezüchteten deutschen Hannoveraner, Oldenburger
oder Holsteiner ist in jeder Hinsicht enorm.